» Viewing 2020/06/2020-06-22-jan-boehmermann-auf-twitter-der-inzwischen-offenbar-vollkommen-senile-bundesinnenminister-bmi-bu.png // posted 1 month ago // 598 x 842 // 74.8 kiB

tOt
4.7 after 13 Votes
21. Jun 2020 20:02
Tags: böhmermann tweet taz seehöfer journalismus satire s. link BRD Hengameh Yaghoobifarah
Post in Forum:

14 Comments:

tOt 1 month ago
"Umstrittene "taz"-Kolumne
Seehofer will Anzeige erstatten

Stand: 22.06.2020 02:32 Uhr

Der Bundesinnenminister will wegen eines umstrittenen Textes über Polizisten in der Berliner "tageszeitung" die Verfasserin anzeigen. Das sagte er der "Bild"-Zeitung.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will wegen einer umstrittenen Kolumne über die Polizei in der "taz" Strafanzeige stellen. "Ich werde morgen als Bundesinnenminister Strafanzeige gegen die Kolumnistin wegen des unsäglichen Artikels in der "taz" über die Polizei stellen", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen, genauso wie wir es jetzt in Stuttgart gesehen haben. Das dürfen wir nicht weiter hinnehmen."

Am vergangenen Montag war der Text einer "taz"-Mitarbeiterin in der Tageszeitung erschienen. Es ging darum, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht. Darin wurde auch die Option der Mülldeponie aufgegriffen. Aus der Berufsgruppe heraus und von Politikern kam danach viel Kritik. Polizeigewerkschaften kündigten an, mit Strafanzeigen dagegen vorzugehen. Beim Deutschen Presserat - die freiwillige Selbstkontrolle der Presse - gingen bereits bis Dienstag rund 50 Beschwerden ein.

"taz"-Chefredakteurin bittet um Entschuldigung

"taz"-Chefredakteurin Barbara Junge hatte zuletzt wegen der Kolumne ihr Bedauern geäußert. Junge schrieb in der Zeitung an die Leserinnen und Leser über den Artikel: "Eine Kolumne, so satirisch sie auch gemeint gewesen sein mag, die so verstanden werden kann, als seien Polizisten nichts als Abfall, ist daneben gegangen. Das tut mir leid." Zudem schrieb Junge, das Ringen in der Redaktion über den Text und darüber, was gesagt werden soll, darf und muss, lege aber auch "einen tieferen Konflikt in der "taz"" offen. "Wir streiten darum, wie stark der subjektive Blick, wie stark Diskriminierungserfahrung den Journalismus prägen soll oder darf." Die Chefredakteurin des Blattes mit Sitz in Berlin kündigte zudem an, dass es Debattenbeiträge mit unterschiedlichen Perspektiven in der Zeitung geben werde."
tOt 1 month ago
"Umstrittene "taz"-Kolumne
Seehofer verzichtet auf Anzeige

Stand: 25.06.2020 11:06 Uhr

Keine Strafnzeige, stattdessen eine Einladung ins Ministerium: Im Streit über eine Polizei-Polemik in der "taz" schlägt Bundesinnenminister Seehofer einen anderen Kurs ein.

Bundesinnenminister Horst Seehofer verzichtet auf eine Strafanzeige gegen eine Journalistin der Tageszeitung "taz" wegen eines polizeikritischen Textes. Stattdessen will Seehofer die Chefredaktion des Blatts einladen, um mit ihr die Wirkung des Textes zu besprechen. Von einer eigenen Strafanzeige ist in der Mitteilung nicht mehr die Rede."
www.tagesschau.de/inland/seehofer-taz-anzeige-105.html
tOt 1 month ago

"Kommentar

Seehofer und die "taz"
Doch noch die Kurve gekriegt

Stand: 25.06.2020 12:07 Uhr

Mit seinem Gebaren hat Seehofer einer pubertären Polit-Fantasie bundesweite Resonanz verschafft. Dass der Innenminister nun einen anderen Weg als den der Anzeige wählt, ist klug.

Ein Kommentar von Lothar Lenz, ARD-Hauptstadtstudio

In letzter Sekunde hat Horst Seehofer die Kurve gekriegt. Seine Verärgerung über den "taz"-Artikel, der Polizisten pauschal verächtlich machte, war verständlich. Aber gleich eine Strafanzeige gegen die Autorin anzukündigen, war unsouverän. Natürlich muss sich ein Bundesinnenminister vor die Polizei stellen - ganz gleich, ob es Beamtinnen und Beamte des Bundes oder der Länder sind. Aber: Seehofer muss als Innenminister auch die Verfassung schützen - und im Grundgesetz steht die Pressefreiheit ganz weit oben.

Ob es nun die Bundeskanzlerin war, die Seehofer von einer Strafanzeige abriet, oder die Juristen seines eigenen Ministeriums - wir werden es womöglich nie erfahren. Der Ausweg aber, den der Minister jetzt beschreitet, ist klug: Seehofer spricht mit der Chefin der "taz"-Redaktion - wo der Artikel ebenfalls schwere Konflikte ausgelöst hatte.

Und Seehofer lässt den Deutschen Presserat prüfen, ob es die ethischen Standards des Journalismus erlauben, eine Berufsgruppe herabzuwürdigen, die für Sicherheit in unserem Staat sorgt und das Recht schützt - auch auf Kosten der eigenen Gesundheit, wie wir in Stuttgart wieder gesehen haben.

Ein kluger Satz bleibt

Was bleibt von der Geschichte? Ein "taz"-Artikel, der eher eine pubertäre Polit-Fantasie war, als dass er irgendwas mit Satire, geschweige denn mit Journalismus, zu tun gehabt hätte. Und ein Bundesinnenminister, der diesem gedruckten Blödsinn ohne Not eine bundesweite Resonanz verschaffte.

Es bleibt aber auch ein kluger Satz von Seehofer: "Der Enthemmung der Worte folgt die Enthemmung der Taten." Was wir der AfD nicht durchgehen lassen, sollten wir auch ganz links im politischen Spektrum nicht billigen. Natürlich muss sich die Polizei auch in Deutschland einer kritischen Öffentlichkeit stellen. Aber wer Polizisten pauschal auf den Müll werfen will, der legt Feuer an das Fundament unserer Freiheit.



Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder."
tOt 1 month ago
^ Er hat es (auch) nicht gerafft.